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Sicherheitsgewerbe Bayern: zweite Tarifrunde endet ohne Einigung

Die zweite Tarifrunde im Sicherheitsgewerbe Bayern endete am 30. Oktober ohne Ergebnis. Streitpunkt ist ein Einstiegslohn von 15,70 Euro ab 2027.

Fünf Sicherheitskräfte in dunklen Uniformen stehen in einem Flur, während ein Vorgesetzter mit einem Klemmbrett Anweisungen gibt.

Die zweite Tarifverhandlung für das private Sicherheitsgewerbe in Bayern ist am Freitag, 30. Oktober 2026, in München ohne Ergebnis zu Ende gegangen, teilte der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) mit. Die Gewerkschaft ver.di Bayern wirft den Arbeitgebern vor, die Gespräche vorzeitig abgebrochen zu haben, so ihre Pressemitteilung.

Das Wichtigste#

  • Die BDSW-Landesgruppe Bayern und ver.di Bayern haben sich in der zweiten Runde nicht geeinigt, so der BDSW.
  • ver.di fordert 5,1 Prozent mehr Lohn und 15,70 Euro pro Stunde in den Entgeltgruppen 2a und 2b, so die Gewerkschaft.
  • Die Arbeitgeber bieten nach Angaben von ver.di 1,5 Prozent für die Gruppen 2a und 2b und 2 Prozent für alle anderen, so ver.di Bayern.
  • Der BDSW nennt Mitte November als Termin für die dritte Runde in München, so der Verband.

Worum gestritten wird#

Kern des Streits ist der Einstiegslohn. ver.di will für die Entgeltgruppen 2a und 2b einen Stundenlohn von 15,70 Euro, der nach Angaben der Gewerkschaft ab dem 1. Januar 2027 in den anderen Bundesländern gilt, schreibt ver.di Bayern. Die Arbeitgeber wollen nach Darstellung der Gewerkschaft erst weiterverhandeln, wenn die Tarifkommission diese Forderung zurücknimmt.

Der BDSW beschreibt die Forderung anders: ver.di habe für die unterste Lohngruppe auf einem Plus von 5,23 Prozent beharrt und für die qualifizierteren Gruppen 5,1 Prozent verlangt, so die Pressemitteilung des Verbands. Die Arbeitgeberseite habe das als nicht verhandelbar zurückgewiesen.

Werner Landstorfer, Vorsitzender der BDSW-Landesgruppe Bayern, erwartet von der Gewerkschaft Positionen, die der kritischen Wirtschaftslage Rechnung tragen, besonders bei den Kunden der Sicherheitsdienstleister in der bayerischen Wirtschaft, so der BDSW.

Manuela Dietz von ver.di Bayern nennt das Angebot für die weiteren Entgeltgruppen dagegen einen Reallohnverlust für die Beschäftigten, so die Gewerkschaft. In den kommenden Wochen will ver.di in Beschäftigtenversammlungen über die nächsten Schritte beraten.

Der Vergleich mit Nordrhein-Westfalen#

Wie ein Abschluss in einem anderen Land aussieht, zeigt Nordrhein-Westfalen. Dort einigten sich BDSW und ver.di auf Lohnerhöhungen von 3,5 bis 3,9 Prozent in allen Lohngruppen, meldete der BDSW am 20. Oktober. Die unterste Lohngruppe steigt dort ab dem 1. Januar 2027 auf 15,70 Euro brutto pro Stunde.

Damit zieht Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Verbands mit 13 Bundesländern gleich, für die dieser Lohn schon vorher vereinbart war, so der BDSW. In Bayern liegen die Positionen bisher weit auseinander: 1,5 bis 2 Prozent auf der einen Seite, mehr als 5 Prozent auf der anderen, so ver.di.

Bundesweit beschäftigen private Sicherheitsdienstleister rund 290.000 Menschen, der geschätzte Umsatz lag 2025 bei rund 14,75 Milliarden Euro, so der BDSW.

Was das für Ihr Unternehmen bedeutet#

  • Mit zwei Szenarien kalkulieren. Wer in Bayern Angebote für 2027 abgibt, sollte die Preise mit dem Angebot der Arbeitgeber und mit der Forderung der Gewerkschaft durchrechnen.
  • Kundenverträge prüfen. Klären Sie, ob Ihre Verträge eine Klausel für Tarifänderungen enthalten, und sprechen Sie Kunden früh an. Bei Vertragsfragen helfen ein Anwalt oder Ihr Verband.
  • Die unteren Entgeltgruppen kennen. Der Streit dreht sich vor allem um den Einstiegslohn. Wissen Sie, wie viele Beschäftigte dort eingruppiert sind, schätzen Sie die Kosten einer Einigung schneller ab.
  • Personal halten. Wenn Löhne in Bayern hinter anderen Ländern zurückbleiben, kann die Personalsuche schwerer werden. Planen Sie Dienstpläne so, dass erfahrene Kräfte bleiben wollen.
  • Die dritte Runde verfolgen. Bereiten Sie Ihre Lohnabrechnung darauf vor, neue Sätze ab dem vereinbarten Stichtag umzusetzen.

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Häufig gestellte Fragen#

Warum ist der Einstiegslohn in Bayern umstritten?#

ver.di fordert 15,70 Euro pro Stunde für die Entgeltgruppen 2a und 2b, wie nach Angaben der Gewerkschaft ab 2027 in den anderen Bundesländern, so ver.di Bayern. Die Arbeitgeber lehnen diese Angleichung bisher ab.

Wann wird weiterverhandelt?#

Der BDSW nennt Mitte November für die dritte Runde in München, so der Verband. ver.di schreibt dagegen, die Arbeitgeber wollten erst nach einer Rücknahme der Forderung weiterverhandeln, so die Gewerkschaft.

Was wurde in Nordrhein-Westfalen vereinbart?#

Die Löhne steigen dort um 3,5 bis 3,9 Prozent, die unterste Lohngruppe erhält ab dem 1. Januar 2027 15,70 Euro pro Stunde, so der BDSW. Der Manteltarifvertrag gilt dort bis Ende 2027 weiter.

Quellen#

  • Löhne
  • Tarifverträge
  • Bayern

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